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The project collects and explores narrations, images and imaginations

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fragments and artistic expressions of Mongolian belonging along old and new steppe and silk routes, which link dispersed and connected biographies, artistic traditions, cultural monuments and memories.

H3

These fragments will be joined in exhibitions and a concomitant scientific-artistic fieldwork book. 

H4

The project collects and explores narrations, images and imaginations, fragments and artistic expressions of Mongolian belonging along old and new steppe and silk routes

H5
which link dispersed and connected biographies, artistic traditions, cultural monuments and memories.
H6
These fragments will be joined in exhibitions and a concomitant scientific-artistic fieldwork book. 

PARAGRAPH

The project collects and explores narrations, images and imaginations, fragments and artistic expressions of Mongolian belonging along old and new steppe and silk routes, which link dispersed and connected biographies, artistic traditions, cultural monuments and memories.

PRE
These fragments will be joined in exhibitions and a concomitant scientific-artistic fieldwork book. 

Vision einer idealen Arbeiterstadt. unversehens übergegangen war in die Praxis der Kasernierung, wie ja immer, so, erinnere ich mich, sagte Austerlitz, unsere besten Pläne im Zuge ihrer Verwirklichung sich verkehrten in ihr genaues Gegenteil. Es war mehrere Monate nach diesem Zusammentreffen in Lüttich, daß ich Austerlitz auf dem ehemaligen Brüsseler Galgenberg wiederum rein zufäiligerweise in die Hände gelaufen bin, und zwar auf den Stufen des ]ustizpalasts, der, wie er mir sogleich sagte, die größte An- häufung von Steinquadern in ganz Europa darstellte.  Der Bau dieser singulären architektonischen Monstrosität, über die Austerlitz zu jener Zeit eine Studie zu verfassen gedachte, ist, wie er mir erzählte, in den achtziger jahren des letzten jahrhunderts auf das Drängen der Brüsseler Bourgeoisie überstürzt in Angriff genommen worden, ehe noch die grandiosen, von einem gewissen Joseph Poelaert vorgelegten Pläne im einzelnen ausgearbeitet waren, was zur Folge hatte, daß es, so sagte Austerlitz, in diesem mehr als siebenhunderttausend Kubikmeter umfassenden Gebäude Korridore und Treppen gäbe, die nirgendwo hinführten, und türlose Räume und Hallen, die von niemandem zu betreten seien und deren ummauerte Leere das innerste Geheimnis sei aller sanktionierten Gewalt. Austerlitz erzählte weiter, daß er, auf der Suche nach einem lnitiationslabvrinth der Freimaurer, von dem er gehört habe, daß es sich entweder im Kellergeschoß oder auf den Dachboden des Palastes befinde, viele Stunden schon durch dieses steinerne Gebirge geirrt sei, durch Säulenwälder, an kolossalen Statuen vorbei, treppauf und treppab, ohne daß ihn ein Mensch nach seinem Begehren gefragt hätte. Bisweilen habe er auf seinen Wegen, ermüdet oder um sich nach der Himmelsrichtung zu orientieren, bei den tief in das Gemäuer eingelassenen Fenstern hinausgeschaut über die wie Packeis ineinander verschobenen bleigrauen Dächer auslief, war es schon Nacht geworden. Wir standen zusammen auf dem hinteren Deck. Die weiße Fahrspur verlor sich in der Dunkelheit, und ich weiß noch, daß wir einmal meinten, wir sähen ein paar Schneeflocken sich drehen im Lampenschein. Erst bei dieser nächtlichen Überquerung des Ärmelkanals erfuhr ich übrigens durch eine von Austerlitz beiläufig gemachte Bemerkung, daß er eine Dozentur innehatte an einem Londoner kunsthistorischen Institut. Da es mit Austerlitz so gut wie unmöglich war, von sich selber beziehungsweise über seine Person zu reden, und da also keiner vom anderen wußte, woher er stammte, hatten wir uns seit unserem ersten Antwerpener Gespräch stets nur der französischen Sprache bedient, ich mit schandbarer Unbeholfenheit, Austerlitz hingegen auf eine so formvollendete Weise, daß ich ihn lang für einen Franzosen hielt. Es berührte mich damals sehr seltsam, als wir in das für mich praktikablere Englisch überwechselten, daß nun an ihm eine mir bis dahin ganz verborgen gebliebene Unsicherheit zum Vorschein kam, die sich in einem leichten Sprachfehler äußerte und in gelegentlichen Stotteranfällen, bei denen er das abgewetzte Brillenfutteral, das er stets in seiner linken Hand hielt, so fest umklammerte, daß man das Weiße sehen konnte unter der Haut seiner Knöchel.